Gesellschaftliches Engagement

Es dürfte klar sein, dass jedes Engagement – in welcher Angelegenheit auch immer – per se an Personen gebunden ist, durch diese in Gang gebracht und auch getragen wird. In unserer Anlage war dies in besonderem Maße durch unseren – zu Beginn des Jahres 2005 plötzlich verstorbenen Ehrenvorsitzenden (sowohl unseres Vereins als auch des Bezirksver­bandes) und Gartenfreund Johann Steuer der Fall. Wie kaum ein anderer war er schon seit Jahren stets bemüht, das Kleingartenwesen keineswegs losgelöst vom sozialen Umfeld zu betreiben.
Vielmehr hat er alles daran gesetzt, auch unterschiedliche Bevölke­rungsgruppen in das Spannungsfeld zwischen Kleingartenanlage und Wohnbesiedlung miteinzubeziehen-ja, sie daran teilhaben zu lassen.
Diesem von Banns Steuer hinterlassenen Vermächtnis fühlen wir Gartenfreunde vom Schellenberg uns verpflichtet, daher werden wir auch zukünftig diesen selbst gestellten gesellschaftlichen Auftrag weiterbetreiben.

Gartenfreunde unterschiedlichster Nationalität oder sozial benachteiligte Familien werden daher ebenso bei uns in die Gemeinschaft hineingenommen, wie es auch selbstverständlich ist, behinderten Menschen mit ihren Partnern und Familienangehö­rigen in ihrem Kleingarten einen Ort der Selbstverwirklichung in naturverbundener Ausrichtung zu ermöglichen.
Dem von der derzeitigen Altersstruktur der Mitglieder her übermäßig vertretenen „Alten-Anteil“ versucht der Vorstand bei der Neuvergabe von Parzellen dadurch zu begegnen, dass vor allem junge Familien vorrangig berücksichtigt werden.
Deshalb ist es zugleich wichtig, die Übernahmekosten in sozial-verträglichem Maße zu gestalten – Gartenparzellen sind keine Immobilien!
Schon in den 80-er Jahren gab es unregelmäßige Kontakte und Besuche von Schulklassen und Kindergarten-Gruppen in unserer Anlage· – und das ist auch noch heute so!

Später wurden daraus – auch heute noch gepflegte – ständige Beziehungen zwischen den orts­nahen Schulen (insbesondere den Grundschulen) und den im Nahbereich liegenden Kindergärten. Bei den Schulgruppen steht verständlicherweise der Biologieunterricht im Mittelpunkt der jeweili­gen Kooperationsveranstaltungen.
Unser Lehrgarten erweist sich dabei stets als willkommener Ort des etwas anderen Unterrichts im Freien.
Sehr beliebt sind in letzten Jahren auch die Schulabschluss-Feten von Abschlussklassen der Haupt- und Gesamtschulen und auch des Gymnasiums. Eine Feier im Grünen hat auch für diese jungen Menschen sicherlich einen ganz besonderen Reiz, an den sie möglicherweise in ihrem späteren Leben gerne noch zurückdenken.

Ein Überblick über das gelebte gesellschaftliche Engagement ist unter dem Menüpunkt Kooperationen zu finden. 

Die Dort aufgeführten Beispiele für soziales Engagement würden schwerlich zu realisieren sein, wenn es dem Verein nicht gelänge, auch für sich selbst, also nach innen und somit vereinsintem ebenfalls soziale Bindungen und Verpflichtungen herzustellen.
Das gelingt immer wieder neu und muss dennoch stets neu erarbeitet werden. Es ist daher nicht nur die Freude an der Gartenarbeit oder auch nur der angenehme Aufenthalt im Grünen, der die Men­schen in einer Anlage zusammenbringt, es ist vor allem auch die Nachbarschaft, die Bereitschaft zum verträglichen Miteinander, kurzum die menschliche Nähe. die zu Freundschaft oder Kamerad­schaft führen kann.

Damit sich solch enge Be­ziehungen entwickeln kön­nen, bedarf es seitens der Vereinsführung gezielter Anstrengungen.
Wenn beispielsweise Gar­tenfreunde erkranken oder aus anderen, häufig aus familiären Gründen ihre Parzelle zwischenzeitlich nicht bearbeiten und pfle­gen können, dann greift solidarische Verantwortung helfend ein.

Hausbesuche durch Mitglieder des Vorstandes, Besuche bei Schwererkrankten im Krankenhaus, aber auch Visiten bei besonderen Anlässen wie Geburtstage und Jubiläen verdeutlichen einmal mehr den hohen Grad der sozialen Vernetzung.
Unsere Region ist von der insgesamt starken Arbeitslosigkeit besonders gebeutelt. Gespräche mit den auch in unserem Verein davon Betroffenen können zuweilen Wege aus der Depression aufzei­gen, die Anteilnahme am persönlichen Schicksal des einzelnen Gartenfreundes ihm wieder Mut und Zuspruch vermitteln, um so Probleme vielleicht gemeinsam zu entschärfen.
Soziale Kompetenz zeigt sich auch in der selbstverständlichen Bereitschaft Gartenfreunde, aus anderen Ländern stammend, als gute Nachbarn anzunehmen.
Nicht Ausgrenzung, sondern Einbindung in unser bestehendes Sozialgefüge wirkt möglicher Gefühlskälte und Intoleranz entgegen.

Praktizierter Gemeinsinn ist selbstverpflichtendes Anliegen unserer Gartengemeinschaft!

iese Zielsetzungen werden u.a. auch durch die in regelmäßigen Abständen stattfindenden Zusammenkünfte ( wie Schulungsveranstaltungen, Stammtisch, Lehrwanderungen, Skatturniere, Wander­tage und auch offizielle Mitgliederver­sammlungen) obendrein nachhaltig gefördert.
Unserem Vereinsheim als Kommunikationszentrum kommt daher in diesem Zusammenhang eine überaus bedeutsame Relevanz zu.

…und auch das bewegt uns:

Noch bis weit in die 80-er Jahre hinein war die Mitglieder-Struktur im Hinblick auf ihre berufliche Zugehörigkeit in überaus großem Maße von der Zugehörigkeit zum Bergbau bestimmt. Auf diesem Hintergrund ist es leicht nachzuvollziehen, wenn man beim Rundgang durch die Gartenanlage „Am Sehellenberg“ bergbauliche Exponate wahr­nimmt.
Der 23. Dezember 1983 war für Castrop-Rauxel und damit für die im Bergbau Beschäftigten ein wahrhaft schwarzer Tag-die letzte bis dahin noch fördernde Zeche auf unserem Stadtgebiet wurde endgültig stillgelegt. Rund 3 800 Menschen verloren damit ihren Arbeitsplatz!
Dennoch – die Kumpel und ihre Angehörigen blieben auch danach noch immer ihrer besonderen früheren Arbeit verbunden.
Diese kaum rational nachzuvoll­ziehende Verbundenheit ist es, die auch uns getrieben hat, dem Bergbau ein Zeichen der Erinnerung auch hier in unserer Anlage zu setzen!

Vergangenes in Erinnerung behalten,
Gegenwärtiges mit Umsicht verwalten,
Zukünftiges in Vorausschau gestalten.